Das Internet der Dinge: Schlüsseltechnologie der Digitalen Transformation

GERO LUEBEN

Das Internet der Dinge (IoT): neue Geschäftsmodelle und zentrale Technologie der digitalen Transformation

Durch das Potenzial, sich auf jeden Bereich unseres Lebens auszuwirken, wird das „Internet der Dinge“ (IoT) ein Thema von wachsender Bedeutung, über das sowohl am Arbeitsplatz als auch außerhalb davon gesprochen wird. Doch worauf genau bezieht sich dieses Konzept?


Durch das „Internet der Dinge“ (IoT) lässt sich im Grunde jedes Gerät mit dem Internet oder/und mit anderen Geräten verbinden. Dazu gehören alle möglichen Apparate: von Mobiltelefonen über Kaffeemaschinen, Kopfhörer und Lampen, bis hin zu tragbaren Geräten und vielen anderen „Dingen“. Das „Internet der Dinge“ lässt sich auch auf Maschinenkomponenten anwenden, z.B. auf die Steuerung eines Flugzeug-Triebwerkes oder die Öl-Förderung einer Bohrinsel.

 

Mit anderen Worten: durch das „Internet der Dinge“ kommunizieren einzelne Komponenten miteinander sowie mit einem Service-Center. Damit entstehen endlose, virtuelle Verknüpfungen, deren Auswirkungen wir oft noch nicht abschätzen können. In Zusammenhang damit steht der Trend „Alles kann Dienstleistung sein“. Heutzutage kann ein Geschäftsmodell nicht nur Dienstleistungen beinhalten, sondern diese „Services“ sogar in das Zentrum der Geschäftsidee stellen. Intelligente Produkte – in Echtzeit mit dem Internet verbunden und über ein intelligentes Netzwerk gesteuert – ermöglichen Unternehmen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu digitalen „Disruptors“ (Störern der gewohnten Ordnung) zu werden.

 

Das IoT als „die“ treibende Kraft für neue Geschäftsmodelle

Laut Gartner wird es bis zum Jahr 2020 mehr als 26 Milliarden verknüpfte Geräte geben, was eine signifikante Zunahme an Verbindungen darstellt.

 

Außerdem erklärt Gartner, dass das IoT auch neue Geschäftsmodelle unterstützen wird, wie z.B. die auf nutzungs-basierte Versicherung, die anhand von Echtzeit-Daten kalkuliert wird. Die Banken- und Versicherungsbranche wird weiterhin Neuerungen vornehmen rund um Mobil- und Micropayment- Technologien, die point-of-sale-Stationen (POS) verwenden. Außerdem wird diese Branche in verbesserte ärztliche Untersuchungssysteme investieren. IoT wird auch ein breites Spektrum an Gesundheits- und Fitnessgeräten hervorbringen, die – mit medizinischem Fortschritt kombiniert – mit erheblichen Vorteilen im Gesundheitssektor eingesetzt werden.

 

Gartners jüngster Hype Cycle für Neue Technologien zeigt, dass, während Big Data „erwachsener“ wird, das „Internet der Dinge“ sich nun auf dem Hype-Gipfel befindet. Das „Internet der Dinge“, so Gartner, „wird zu einem dynamischen Teil sowohl unseres eigenen Geschäftslebens, als auch das unserer Kunden und Geschäftspartner sowie Teil der ganzen IT-Landschaft.“ Doch der Gipfel der Hype-Kurve zeigt auch: zur Zeit wird mehr geredet als real passiert, das „Tal der Desillusionierung“ steht uns noch bevor. Gartner geht davon aus, dass es weitere 5 bis 10 Jahre dauern wird bis das IoT seine volle Produktivität erreicht.

 

Die zwei Trends, die Gartner für ein früheres Stadium im „Hype Cycle“ als einflussreich ausgerufen hatte, waren digitales Gewerbe und das „Internet der Dinge“. In der Tat stellte letzteres in Kombination mit Analyse und mobiler Infrastruktur eine der treibenden Kräfte hinter den schnellen Triebkräften von Innovations-Auslösern dar (erste Phase des „Hype Cycles“) bis zum Gipfel überhöhter Erwartungen. Zum Beispiel stieg die Lieferung von Analysefähigkeiten und -tools als Dienstleistung um 12 Positionen, was Gartner „Business Analytics Platform as a Service“ (baPaaS) nennt. Ein anderes Beispiel ist die Konvergenz von IT mit Operational Technology (OT), das um 9 Positionen aufgestiegen ist. Die zunehmende Verfügbarkeit von Daten sowie die wachsende Komplexität der Analyse dieser Daten liegen der rasanten Ausreifung einiger im „Hype Cycle“ erfassten Trends zugrunde.

 

Darüber hinaus erwartet die International Data Corporation (IDC), dass die Anzahl der mit dem Internet verbundenen „Dinge“ bis zum Jahr 2020 annähernd 212 Milliarden erreichen wird. „Das „Internet der Dinge“ wird IT-Managern eine Menge Stoff zum Nachdenken geben“, sagte Vernon Turner, Senior Vice President of Research. „Unternehmen werden jede IT-Disziplin ansprechen müssen, um die Datenflut all der Geräte in Balance zu halten, die mit dem gemeinsamen Netzwerk verbunden sind. Außerdem wird das IoT zu schwerwiegenden Veränderungen der Organisationsstruktur in Firmen führen, indem es ermöglicht, dass Innovationen neuer wettbewerbsfähiger Geschäftsmodelle und Produkte im Entstehungsprozess für jeden transparent werden.“

 

Das „Internet der Dinge“ birgt enorme Möglichkeiten für Innovationen

Durch das IoT werden Roboter und „smarte“ Geräte zu aktiven Teilnehmern innerhalb intelligenter Prozesse, da bestimmte Aufgaben im Geschäftsprozess nun von „Dingen“ ausgeführt werden, die zuvor von Menschen erledigt werden mussten – wie z.B. Temperatur messen, Software-Updates durchführen.

 

Da mit dem Internet verbundene „Dinge“ eine riesige Menge an Daten generieren, wird „Big Data“ zunehmend zu „Thing Data“ werden (ist es vermutlich schon). Letztere können analysiert werden und dienen – zusammen mit dem IoT – als Basis für die digitale Transformation und Innovationen.

 

Die Analyse von „Big Data“, in Kombination mit einer großen Anzahl verknüpfter Geräte und Umgebungen durch das „Internet der Dinge“, wird datengetriebenes Management dazu befähigen, Prozesse neu zu gestalten und bedeutende Vorteile zu liefern. Dazu gehören tragbare Sensoren, welche die eigene Gesundheit überwachen, clevere Messgeräte, die den eigenen Energieverbrauch aufzeichnen und Autos, die Fahrrouten automatisch neu orten, um Verkehrsstaus zu verhindern, was CO2-Emmissionen reduziert.

 

Mit der Zeit werden diese digitalen Technologien und das „Internet der Dinge“ so gut wie jede Branche und jedes Unternehmen transformieren.

 

Wie „die Großen“ neue Geschäftsmodelle entwickeln

Ford plant bereits einige Partnerschaften mit großen Silicon Valley Playern, um IT-basierte Angebote zu entwerfen. Als Teil von CEO Mark Fields’ Investition in die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle haben Ford und Zipcar mit Carsharing an US-College Campi experimentiert. Außerdem hat Ford ein Pilot-Programm wie das von Zipcar in Deutschland laufen. Ford kooperiert auch mit verschiedenen Start-Ups, um neue Dienstleistungen anzubieten, wie z.B. das Reservieren von Parklücken während der Fahrt oder Fahrgemeinschaften „on-demand“.

 

Ebenso hat Daimler einen Carsharing-Dienst mit Namen „car2go“ etabliert, der in 26 Städten in Europa und Nord-Amerika operiert. Die Firma hat vor kurzem RideScout übernommen, ein Uber-Konkurrent, der in 69 Städten, quer über Nord-Amerika verteilt, auftritt.

 

Die Digitale Transformation ist zu einem der angesagtesten Themen geworden. Intelligente Kunden und Unternehmen haben verstanden, dass hinter allem Technologien stecken, wie die Cloud, Mobilfunk und das Internet der Dinge. Diese Technologien beeinflussen schon jetzt jeden Bereich unseres Lebens.

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